Mein Geld! Meine Schulden?!
AG zu Finanz- und Konsumkompetenz an Kölner Hauptschulen
Kinder und Jugendliche haben so viel Taschengeld zur Verfügung wie nie zuvor. Auch die Anzahl derjenigen, die bereits in jungen Jahren verschuldet sind, nimmt stetig zu. Das liegt unter anderem daran, dass wachsenden Konsumwünschen unzureichende Mittel und Kompetenzen im Umgang mit Geld gegenüberstehen. Schulen stehen deshalb zunehmend vor der Herausforderung, Schülerinnen und Schülern Lernangebote zum Erwerb von Finanz- und Konsumkompetenzen zu machen.

Ziel des im Rahmen der „Ich kann was!“-Initiative von der Telekom- Stiftung geförderten Projektes „Mein Geld! Meine Schulden?!“ war es, sozial benachteiligten Jugendlichen im Alter von 12-14 Jahren Basiskompetenzen im Umgang mit Geld zu vermitteln.
Hierfür wurde Kölner Hauptschulen eine AG für den Nachmittagsbereich angeboten, die in Zusammenarbeit der Lernenden Region - Netzwerk Köln e.V. mit dem Sozialdienst Katholischer Männer e.V. Köln durchgeführt wurde.
An der Mini-AG nahmen an acht Kölner Hauptschulen und einer Förderschule insgesamt 160 Schülerinnen und Schüler teil.
In der AG erlernten die Schülerinnen und Schüler spielerisch,
- wie sie sich ihr Taschengeld sinnvoll einteilen,
- wie sie Schulden vermeiden,
- und an welche Stellen sie sich wenden können, wenn sie bereits in die Schuldenfalle getappt sind.
Durch praxisnahe Beispiele und aktivierende Methoden wurden den Schülerinnen und Schülern Themen rund um Finanzen und Konsum nahe gebracht.
In der Mini-AG wurde zunächst mit den Schülerinnen und Schülern die Frage „Was brauche ich, um glücklich zu sein?“ diskutiert und herausgearbeitet, welche Werte und Wunschvorstellungen für die Jugendlichen wichtig sind. Ebenso wurden die Jugendlichen angeregt zu reflektieren, ob kompensatorischer oder und/oder demonstrativer Konsum ein Bestandteil ihres Daseins sind.
Ganz konkret übten die Schülerinnen und Schüler die Nutzung eines Taschengeldplanes im Rahmen eines Spieles ein. Ziel des Spieles war es u.a. herauszubekommen, wer „das Beste“ aus seinem Taschengeld gemacht hatte. Im Anschluss erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Taschengeldplaner mit dem Auftrag, eine Woche lang - bis zum nächsten Zusammentreffen - ihre Einnahmen und Ausgaben zu dokumentieren. Darüber hinaus wurden Infos zu den Themen Kaufverträge, Bankgeschäfte, Internet, Werbung, Handy, Schulden und die Folgen anschaulich mit Texten, Spielen und Diskussionsrunden vermittelt.
In der darauffolgenden Woche wurden u.a. die Taschengeldplaner ausgewertet, wobei hier das Prinzip der Freiwilligkeit bestand. Nur diejenigen Schülerinnen und Schüler, die wollten, konnten eine Aussage dazu machen, wie es mit der Einteilung des Taschengeldes geklappt hatte. Basierend auf den Infos zu Kaufverträgen, Bankgeschäften, Internet, Werbung, Handy und Schulden konnten die Schülerinnen und Schüler die Prüfung zum „Kleinen Finanzführerschein“ ablegen und erhielten bei erfolgreicher Teilnahme ein Zertifikat.
Schulungsmaterial online
Um die Mini-AG nachhaltig für die Schulen, die teilgenommen haben, und weitere Schulen zugänglich und nutzbar zu machen, kann das Schulungsmaterial im internen Bereich abgerufen werden.
Interessierte Schulen können sich an die Lernende Region - Netzwerk Köln e.V. wenden, um die Zugangsdaten zu erhalten.