
Vom Modellprojekt "Selbstständige Schule" zur Regionalen Bildungslandschaft Köln
Modellprojekt Selbstständige Schule
84 Kölner Schulen engagierten sich als sog. Modell- und Korrespondenzschulen in dem insgesamt sechsjährigen landesweiten Modellprojekt „Selbstständige Schule“. Dieses Modellprojekt gilt als das bislang größte Schulentwicklungsprojekt Deutschlands.
Mit dem Fokus darauf, insbesondere die Qualität des Unterrichts zu verbessern und das innerschulische System weiter zu entwickeln, konnten Schulleitungen und Lehrerinnen und Lehrer an den „Selbstständigen Schulen“ an weitreichenden Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen. Schulische Steuergruppen erhielten ein professionelles Training in Schulentwicklungsmanagement und initiierten, koordinierten schulische Entwicklungsprozesse maßgeblich mit.
Die Modellschulen erhielten vom Schulträger Budgets übertragen, um diese Mittel eigenverantwortlich für die Bedarfe der Schule einsetzen zu können. Schulleitungen wurden in noch stärkerem Maße zu Managerinnen und Managern. Lehrerinnen und Lehrer zunehmend zu Lernbegleitern der Schülerinnen und Schüler.
Das Projekt endete zum 31.07.2008 – aber es geht weiter:
Weiterentwicklung der Regionalen Bildungslandschaft Köln
Die wissenschaftliche Begleitforschung des Modellprojekts belegte die Erfolge des Modellvorhabens. Vor diesem Hintergrund soll die Netzwerkarbeit und die regionalen Beratungs- und Unterstützungsstrukturen nachhaltig verankert werden.
Mit diesem Ziel schlossen das Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW und anfänglich 19 Regionen in NRW im Juni 2008 Kooperationsverträge zur Weiterentwicklung der Bildungsnetzwerke in den jeweiligen Bildungsregionen für die nächsten fünf Jahre ab.
In Köln beauftragte der Rat bereits 2006 die Verwaltung damit, ein Konzept auszuarbeiten, welches Vorschläge zur Weiterentwicklung der Regionalen Schullandschaft enthalten sollte.
Mit der Ausarbeitung des Konzepts wurde eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Schulträgers, der Schulaufsicht und Kölner Schulen beauftragt. Das Konzept „Strategische Planung der Regionalen Schullandschaft Köln“ wurde vom Rat im Januar 2008 beschlossen. Dieses Konzept wurde bei der inhaltlichen Ausgestaltung des Kooperationsvertrages voll umfänglich berücksichtigt.
Der Prozess zur Weiterentwicklung der Regionalen Bildungslandschaft wird unterstützt und gesteuert durch einen Lenkungskreis und eine Regionale Bildungskonferenz.
Bildungsbiografie ohne Brüche
Das Konzept sieht vor, dass das regionale Bildungsangebot dazu dienen soll, eine bestmögliche individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen sicherzustellen, die vorhandenen Personal- und Sachressourcen optimal zur Erzielung von Synergieeffekten einzusetzen und eine horizontale und vertikale Vernetzung der Bildungspartner zu initiieren bzw. zu intensivieren.
Damit die Regionale Schullandschaft Köln erfolgreich ist, sollen sich alle Schulen im Hinblick auf ihre Anforderungsprofile sowie die Leistungs- und Förderangebote untereinander und mit dem Schulträger abstimmen. Auf dieser Basis erfolgt eine Abstimmung der Leistungs- und Förderangebote der vor- und außerschulischen Leistungsanbieter mit den Erwartungen und Anforderungen der Schulen an die Bildung und Erziehung der Kinder. Diese Abstimmungen und Koordinationen erfolgen generell kindesbezogen und altersgerecht, um eine Bildungsbiographie ohne Brüche zu ermöglichen.
Mit dieser Zielsetzung wurden im Konzept entsprechende Wirkungsziele und Handlungsfelder festgeschrieben. Das Konzept und den Kooperationsvertrag finden Sie unter „Materialien“.

Schulen vernetzen sich
Die einzelne Schule und die Schulen in ihrer Gesamtheit sind der Ausgangspunkt für einen systematischen und strukturierten Entwicklungsprozess. Bereits seit dem Modellprojekt „Selbstständige Schule“ organisieren sich die derzeit etwa 110 beteiligten Schulen – somit ein Drittel aller Kölner Schulen – in Unterregionalgruppen. Sie arbeiten schul- und schulformübergreifend an vereinbarten Handlungsfeldern z. B. zum Thema „Individuelle Förderung“. Die Unterregionalgruppen bilden somit die Säulen für die Weiterentwicklung der Bildungslandschaft
(Unterregionale Vernetzung).
Qualifizierung, Prozessbegleitungen und Selbstevaluation
Unterstützung durch das Regionale Bildungsbüro
Aufbauend auf den Erfahrungen aus dem Modellprojekt „Selbstständige Schule“ bietet das Regionale Bildungsbüro im Schulverwaltungsamt der Stadt Köln Unterstützung und Beratung bei der Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen, die sich als gewinnbringend für Schulen erwiesen haben.
Näheres erfahren Sie hier
Qualifizierung, Prozessbegleitung.
Für Schulen, die den Prozess der Unterrichtsentwicklung beginnen oder fortsetzen wollen, steht im Regionalen Bildungsbüro eine pädagogische Mitarbeiterin zur Beratung zur Verfügung. Besuchen Sie hierzu unsere Seite
"Unterrichtsentwicklung".
Eigenverantwortliche Schulen
Durch den Runderlass „Mehr Freiräume für innovative schulische Vorhaben“ des Ministeriums für Schule und Weiterbildung soll lt. Ministerium allen Schulen die Möglichkeit eröffnet werden, Vorhaben im Bereich der Unterrichtsentwicklung und –organisation, die über die bestehenden Ausbildungs- und Prüfungsordnungen hinausgehen, auf den Weg zu bringen. Dazu werden sogenannte Schulentwicklungskonferenzen eingerichtet, in denen Schulleitungen, Schulträger und Schulaufsicht vertreten sind. Damit soll das Schulsystem nicht von oben, sondern von der Schulbasis fortentwickelt werden.
Wesentliche Impulse für die Ausweitung von einzelschulischen Gestaltungsfreiräumen und die Einbindung der Schule in neue Steuerungsansätze haben die am Modellprojekt „Selbstständige Schule“ beteiligten Schulen gegeben.
Zudem werden allen Schulleitungen seit dem 01.08.2008 in einem Zeitraum bis 2012 erweiterte Dienstvorgesetztenrechte übertragen.
Nähere Informationen:
"Webseite Schulministerium".
Beratung und Information
Haben Sie Fragen oder Beratungsbedarf?
Das Team des Regionalen Bildungsbüros steht Ihnen gerne zur Verfügung.