
Für leistungsfähige und hochmotivierte Abiturientinnen und Abiturienten, die einerseits mehr als eine Berufsausbildung anstreben, denen aber andererseits ein Hochschulstudium zu abstrakt und praxisfern ist, sind duale Studiengänge eine attraktive Alternative.
Charakteristisch für duale Studiengänge ist die inhaltliche Verknüpfung von Theorie und Praxis. Abiturientinnen und Abiturienten bewerben sich bei einem Unternehmen um eine Ausbildungsstelle oder um studienbegleitende Praxisphasen und absolvieren parallel dazu ein Studium an einer Hochschule oder Akademie.
Aktuell werden über 600 duale Studiengänge in unterschiedlichen Fachrichtungen angeboten. Inhaltliche Schwerpunkte liegen im kaufmännischen Bereich sowie im Ingenieur- und Informatikbereich.
Die Konzeption der dualen Studiengänge wurde maßgeblich in Baden- Württemberg entwickelt, wobei die Studienphase an seinerzeit gegründeten Berufsakademien durchgeführt wurde, die allerdings seit dem 1.1.2009 in die Duale Hochschule Baden-Württemberg überführt worden sind. In den Folgejahren wurde diese Konzeption des dualen Studiums (einschließlich der Neugründung entsprechender Berufsakademien) auch in einigen anderen Bundesländern übernommen.
Inzwischen bieten Unternehmen im gesamten Bundesgebiet duale Studiengänge an, wobei in den Bundesländern, in denen es keine Berufsakademien gibt, entweder Kooperationen mit den Berufsakademien anderer Bundesländer bestehen oder die Studienphasen an Fach- hochschulen, vereinzelt auch an Universitäten, stattfinden. Die betriebliche Ausbildung findet entweder nach den Bestimmungen des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) oder als auf das Studium abgestimmte Praxisphasen in den Unternehmen statt, die theoretische Wissens- vermittlung dagegen an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, den Berufsakademien anderer Bundesländer oder an Fachhochschulen. Die Studienanteile sind sehr anspruchsvoll und werden in aller Regel mit Bachelorzeugnissen abgeschlossen.