Rucksack
Koordinierte Elternbildung und Sprachförderung
Der Arbeitskreis IKEEP (Interkulturelle Erziehung im Elementar- und Primarbereich) der Regi-onalen Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) in NRW hat das aus den Niederlanden stammende Programm Rucksack adaptiert und für den Einsatz in Deutschland übersetzt bzw. überarbeitet. Der interkulturelle und interaktive Ansatz wurde herausgearbeitet und der Lebensweltbezug für die Bedingungen in Deutschland hergestellt. Die Themenhefte für den Grundschulbereich wurden von der RAA Essen erstellt.
Das Programm basiert auf den beiden miteinander koordinierten und verzahnten Säulen:
- Sprachförderung der Kinder
- Elternbildung
Die Förderung der deutschen Sprache erfolgt im Alltag der Kinder- tagesstätte und gegebenenfalls in zusätzlichen Deutschförder- maßnahmen der Einrichtung bzw. im Regelunterricht und gegebenenfalls im zusätzlichen Deutschförderunterricht der Grundschule, die Förderung der Muttersprache durch die Mütter (Familien) zu Hause. Da die Rucksackthemen in der Kindertageseinrichtung bzw. der Grundschule und in der Müttergruppe parallel aufgegriffen werden, erwerben die Kinder das entsprechende themenbezogene Vokabular in beiden Sprachen.
Die Elternbildung umfasst die methodisch/didaktische Anleitung der Mütter zur „Bearbeitung“ der Rucksackthemen mit ihren Kindern und die Behandlung allgemeiner pädagogischer und sozialer Fragestellungen. Jeweils 10 - 12 Mütter werden von je einer Elternbegleiterin wöchentlich 2 Stunden in den Räumen der jeweiligen Kindertageseinrichtung bzw. Grundschule angeleitet, ihre Kinder im Elternhaus in ihrer gesamten Entwicklung sowie einrichtungs- bzw. schulbezogen und sprachlich zu fördern und mit ihnen gemeinsam Lern- und Bildungsprozesse in Gang zu setzen. Das Programm wird in Köln zur Zeit mit türkischen Müttern und Kindern durchgeführt.
Von September 2004 bis März 2007 wurde Rucksack in Köln unter der Federführung des In-terkulturellen Dienstes Mülheim, unterstützt durch das damalige Kompetenzzentrum Sprachförderung, als Pilotprojekt an den Gemeinschaftsgrundschulen Mülheimer Freiheit und Alte Wipperfürther Straße erprobt.
Das Programm ist dann im Schuljahr 2007/2008 zunächst an Grundschulen mit einer Auftaktveranstaltung am 15.08.2007 gestartet.
In 2010 nehmen folgende Einrichtungen am Programm teil:
Kindertagesstätten:
Die städtischen Kindertageseinrichtungen Braunlager Weg, Josefstraße, Niehlerstraße 306, Theodor Brauer Straße und Zonserstraße sowie die Einrichtungen des SKM (Sozialdienst Katholischer Männer) in der Lilienthalstraße und in der Würzburgerstraße.
Eine Ausweitung in Mülheim im Rahmen des „Mülheim Programms“ ist geplant.
Schulen:
GGS Alte Wipperfürther Straße in Kooperation mit der KGS Alte Wipperfürther Straße, KGS Alzeyer Straße, KGS Bernkasteler Straße, GGS und KGS Heßhofstraße, GGS Leuchterstraße in Kooperation mit der KGS Am Portzenacker, GGS Mülheimer Freiheit, GGS Nibelungenstraße, KGS Overbeckstraße und GGS Zehnthofstraße.
Die Anleitung der Elternbegleiterinnen erfolgt durch die Katholische Familienbildung e.V., „Familienforum Agnesviertel“, im Auftrag des Jugendamtes, und für die Schulen zusätzlich im Auftrag des Schulamtes für die Stadt Köln durch eine Lehrerin, die bereits an der Pilotphase beteiligt war. Das ZMI (Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration) fördert zusätzliche Fortbildungen und die Qualitätskontrolle und die Interkulturellen Dienste unterstützen die Einrichtungen vor Ort. Der Integrationsrat der Stadt Köln unterstützt das Programm durch seine Rolle als Brückenbauer zur türkischen Community und durch Öffentlich- keitsarbeit in den politischen Gremien und Parteien.