Im Januar 2008 gab die Kölner Dezernentin für Bildung, Jugend und Sport, Dr. Agnes Klein, den Startschuss für das Köln/Siegener Verbundprojekt zur Alphabetisierungs- forschung im Rahmen des vom BMBF eingerichteten Förderschwerpunkts „Alphabetisierung/ Grundbildung".
Ziel des Projektes war es, dauerhaft verbesserte Grundbildungs- bzw. Alphabetisierungskurse in Köln anbieten zu können und die Öffentlichkeit für das Thema Alphabetisierung zu sensibilisieren.

Allen Projektpartnern war es ein Anliegen, die Schwellen für den Zugang zu Grundbil- dungsangeboten soweit herabzusetzen, dass auch bisher nicht erreichte Zielgruppen den Weg zu Alphabeti- sierungsangeboten finden.
Alphabetisierung ganzheitlich zu betrachten und darin nicht ausschließlich die Beseitigung des funktionalen Analphabetismus zu sehen, stand bei allen Forschungsansätzen im Mittelpunkt.
Während die Humanwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln den Fokus auf die sozialräumliche Erforschung der Zielgruppe und beteiligungs- fördernde Maßnahmen legte, verfolgte die Philosophische Fakultät den Literacy-Ansatz, der die Kompetenzorientierung in den Mittelpunkt der Betrachtungen rückte. Grundbildung neu zu definieren und durch die gesellschaftlich-kulturelle Teilhabe zu ergänzen - diesen Schwerpunkt verfolgte der Ansatz der Universität Siegen.
Diese unterschiedlichen Forschungsansätze der Universitäten sind in neue Konzepte für Grundbildungsangebote gefloßen. Im Projektzeitraum wurde die Volkshochschule Köln in ausgewählten Sozialräumen und in Kooperation mit den vor Ort tätigen Grundbildungseinrichtungen 38 neue Alphabetisierungs- kurse mit ca. 4.400 Unterrichtsstunden initiiert und durchgeführt. Die ersten VHS-Kurse starteten bereits im April 2008.
Der Verein Lernende Region - Netzwerk Köln hatte sich als Ziel gesetzt, ein regionales Bündnis für Alphabetisierung Köln aufzubauen. Das Bündnis sollte das Forschungsprojekt stützen und den Ergebnistransfer sicherstellen.
Auf dem Kölner Bildungsportal wurde das Projekt dokumentiert und es wurde eine Kommunikations- und Informationsplattform aufgebaut, auf der Projektinformationen für die (Fach-)öffentlichkeit vorgehalten wurden.
Das Projekt hatte eine Laufzeit von 3 Jahren und wurde mit einer 2-tägigen Abschlusskonferenz aller beteiligten Projektpartner beendet.